Ohne Machtspiele kein Aufstieg?
Was Karrieren beschleunigt

Gute Leistungen im Job und soziale Kompetenz sind nicht alles. Seit geraumer Zeit ist das wissenschaftlich bestätigt. Die Forschungsgruppe »Mikropolitik« an der Uni Hamburg hat ermittelt, dass Arbeitnehmer vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie ihren Job als »Arena für machtpolitische Spiele« betrachten. Und wer nicht mitspielt, hat bereits verloren?

Das sogenannte mikropolitische Verhalten klingt wie ein Rezeptvorschlag für karriereorientierte Mitarbeiter. In vielen Unternehmen gehört es zur Tagesordnung, dass Arbeitnehmer klare Strategien verfolgen, um Karriereziele zu erreichen. Männer gehen da weitaus klarer zur Sache als ihre weiblichen Kollegen. Als bewährte Methoden gelten Lobbyismus, das Knüpfen von Seilschaften oder geschickte Selbstdarstellung. Das mag vielen nicht gefallen – ist jedoch Realität.

Wer allerdings Machtspiele zu seinen Tagesaufgaben erklärt, um im Kampf um Anerkennung zu punkten, geht unserer Meinung nach entschieden zu weit. Manche scheuen sich nicht, Informationen zu kontrollieren oder psychologischen Druck auszuüben. Solche Methoden ermöglichen vielleicht einen kurzfristigen Karrieresprung, führen jedoch wohl kaum zu nachhaltiger beruflichen Entwicklung und Reife. Und schon gar nicht zu Anerkennung im Kollegenkreis.

Unser Fazit & aktueller Tipp

Gute Kontakte sind wertvoll – und die Meinungen anderer können es auch sein. Das eigene Karriere-Netzwerk sollte mehr sein als möglichst viele – oft nur virtuelle Kontakte. Und es sollte nicht ausschließlich an persönliche Erfolgschancen geknüpft sein. Es lebt durch Verfügbarkeit, Vertrauen und Offenheit unter den Beteiligten. Wir sprechen hier als Personalberater aus eigener Erfahrung.

Networking innerhalb eines Unternehmens oder einer Branche ist sehr wertvoll, insbesondere dann, wenn über diverse Abteilungen und Hierarchien kommuniziert wird. Der erste Schritt auf der Karriereleiter ist vielleicht der schwerste: Es gilt, sich selbst treu zu bleiben – und zu überprüfen, ob man sich die nächste Stufe momentan überhaupt zutraut. Bereits hier kann ein persönliches Netzwerk helfen: Durch offenes Feedback (z.B. von Berufskollegen, Freunden oder Beratern) öffnen sich oft ganz neue Sichtweisen.

Um im Berufsleben weiter nach oben zu kommen, bedarf es Training, Erfahrung und Einsatzwillen. Und wer es schafft, ohne auf Kosten anderer »seinen« Gipfel zu erreichen, genießt letztendlich die besten Aussichten. Und die besten Chancen für die nächste Herausforderung.

Ihre Meinung interessiert uns.

Sind Machtspiele und Lobbyismus adäquate Mittel für den Karriere-Schub?

(Die Abstimmung wird selbstverständlich vertraulich behandelt.)

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