Bewerber-Check via Mausklick:
Software scannt Facebook-Profile.

Eine neue Software ermittelt Nutzer-Psychogramme aus Facebook-Profilen. Lassen sich so die Fähigkeiten von Bewerbern einschätzen? Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass sich Personal-verantwortliche via Facebook und anderen sozialen Netzwerken über potentielle Bewerber informieren. Bietet ein Facebook-Nutzer Einsicht in sein Profil, liefert er den Außenstehenden ein erstes Bild – abseits der klassischen Bewerbungsunterlagen. Doch jetzt haben Wissenschaftler eine Software entwickelt, die den Anwender systematisch screent – und die gesammelten Daten analysiert.

Das Tool »youarewhatyoulike« wurde an der Universität Cambridge entwickelt: Es soll aus sämtlichen Daten ein Psychogramm des Facebook-Nutzers erstellen – und persönliche Eigenschaften verraten. Klingt spannend für jeden Nutzer – also auch für Bewerber, die das Tool zur Beurteilung neuer Chefs und Kollegen einsetzen. Dennoch wird das Ganze unserer Meinung nach wohl eher ein Gimmick bleiben.

Sicher beweist die Software nach der Testphase das Potenzial eine nahezu perfekte Beurteilung abzugeben – jedoch immer nur im Rahmen analytischer Möglichkeiten. Und genau hierbei beginnt die Unzuverlässigkeit. Die Software ermittelt über starre Algorithmen aufgrund von Daten, wie z.B. »Likes«, die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten komplexen  Charaktereigenschaft. Die Tatsache, dass man sich auch einmal atypisch auf Facebook präsentiert, oder einen Witz macht, fließt in diese Bewertungen mit ein. Algebra hat eben keinen Humor und wird daher nur eine Wahrscheinlichkeit darstellen. Und die kann wahrscheinlich richtig oder wahrscheinlich falsch sein – oder von beiden etwas.

Umsichtige Bewerber gehen mit ihren öffentlichen Daten vorsichtig um: Party-Impressionen, die nicht mehr ganz der Etikette des gepflegten Businesslooks entsprechen, sind zwar lustig und vor allem menschlich, können aber von zukünftigen Vorgesetzten anders interpretiert werden. Ebenso das »liken«, das Einstellen »kontroverser« Meldungen oder auch eine hohe Facebook-Frequenz rund um die Uhr.

Unser Fazit & aktueller Tipp

Die Software erstellt eine Wahrscheinlichkeitsprognose – basierend auf Algorithmen. Versierte Facebook-Nutzer können gerade in der Bewerbungsphase ihren Account auf »Privat« setzen und so Irritationen vermeiden. Noch besser: Das Profil öffentlichkeits- und bewerbungstauglich gestalten. Wir empfehlen, soziale Netze gezielt zur Eigen-Kommunikation  einzusetzen. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für den Chef im »Privatmodus«. Gute Personalverantwortliche arbeiten schon lange mit Werkzeugen, die möglichst objektive Beurteilungen über Verhaltensweisen und Potentiale eines Bewerbers liefern. Die Variablen eines Menschen sind jedoch viel zu komplex, um zukünftiges Verhalten aus der Vergangenheit abzuleiten und sicher vorherzusehen. Und das ist gut so! 

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